Die Maus im Lebkuchenhaus

Nachdem auch für uns die ruhigere Zeit beginnt, hier eine entzückende Weihnachtsgeschichte von Carina Stikler für alle Lebkuchenhausbauer:

Letztes Weihnachten, da beschloss eine Maus,
zu huschen in ein wunderschönes Lebkuchenhaus.
Die nette Familie, zu der die Maus sich einst gesellt,
hatte es gebacken und auch aufgestellt.

Weiß sein Dach und braun die Wand,
bunter Zucker verzierte den Rand.
Es roch so köstlich, himmlisch gar,
war vom Weihnachtsgebäck eindeutig der Star.

Die Maus war ganz verrückt und dachte:
„Ich knabbere mal dran – nur sachte.“
So schlich sie von ihrem Neste aus
rasch hinein ins leckere Lebkuchenhaus.

Dort roch es noch besser, es war kaum zu glauben,
da machte die Maus aber ganz schön Augen.
Nun konnte sie nicht mehr anders, biss herzhaft zu,
ihre Aufregung kam und kam nicht zur Ruh.

Etwas wie das hatte die Maus noch nie geschmeckt,
sie hatte die Liebe zum Lebkuchen entdeckt.
Und so beschloss die kleine Maus,
zu leben in dem wunderschönen Lebkuchenhaus.

Sie wollte jeden Tag nur innen ein bisschen essen,
damit die Menschen nichts merkten indessen.
Und so schlief sie und aß und beobachtete nur,
blitzte kurz hinaus und gleich wieder retour.

Jeden Tag vom Lebkuchen bloß ein kleines Stück,
wollte die Maus doch lange was haben vom Glück.
Doch eines Tages war das kleine Stück zu viel,
das Haus brach zusammen, vorbei war das Spiel.

Verblüfft sah nun die kleine Maus
Das Mädchen, das vor Kurzem baute das Haus.
Dieses aber blickte ebenso überrascht,
hatte doch jemand von seinem Lebkuchen genascht.

Die Maus hatte Angst, machte sich klein,
wusste genau: „Das Haus war ihres, nicht mein.“
Doch das Mädchen schob ihm zu das Angenagte,
lächelte freundlich mit Zahnlücke und sagte:

„Lass dir schmecken auch den Rest,
ich wünsche dir ein fröhliches Weihnachtsfest!“